DJ oder Spotify-Playlist für die Hochzeit?

Braucht man für jede Hochzeit einen DJ?

  • Nein.

Gerade bei einer kleineren Hochzeit, bei der keine große Party geplant ist, kann man durchaus überlegen, die Musik selbst zu organisieren.

 

Was ich allerdings immer wieder höre, ist:

  • „Dann machen wir einfach eine Spotify-Playlist.“

Und genau an dieser Stelle muss ich als Berater deutlich widersprechen.

Denn die entscheidende Frage ist zunächst gar nicht, ob eine Spotify-Playlist einen DJ ersetzen kann.

Die erste Frage lautet:

  • Darf Spotify auf einer Hochzeit überhaupt als Musikquelle eingesetzt werden?

Antwort: Nein!

 

Spotify zur Vorbereitung Ihrer Hochzeit? Natürlich!

Spotify und andere Streamingdienste können bei der Vorbereitung einer Hochzeit ausgesprochen praktisch sein.

Sie können zu Hause gemeinsam Songs suchen, verschiedene Musikrichtungen ausprobieren, Ihre Lieblingslieder sammeln oder eine Liste mit Musikwünschen für Ihren DJ erstellen.

 

Auch ich finde Streaming für Musiksuche und Vorbereitung für manche Menschen sehr hilfreich.

Entscheidend ist aber der Unterschied zwischen der Vorbereitung zu Hause und dem Abspielen der Musik auf der Hochzeitsfeier.

 

Spotify auf der Hochzeitsfeier? -> Nein.

Mit dieser Frage habe ich mich selbst intensiv beschäftigt und unter anderem Spotify direkt kontaktiert.

Ich wollte ausdrücklich wissen, wie der Anbieter die Nutzung bei Hochzeiten und Geburtstagsfeiern beurteilt.

Die schriftliche Antwort von Spotify war eindeutig:

  • Eine Hochzeit oder Geburtstagsfeier mit vielen Gästen wird aus Sicht des Anbieters nicht als private Nutzung des Streamingdienstes angesehen.

Besonders interessant fand ich einen weiteren Punkt:

  • Nach der mir erteilten Auskunft spielt es dabei keine Rolle, ob die Person, die die Musik abspielt, dafür bezahlt wird oder nicht.

Das bedeutet:

Nur weil ein Freund, Trauzeuge oder das Brautpaar selbst die Playlist startet und dafür selbstverständlich kein Geld bekommt, wird daraus nicht automatisch eine erlaubte private Nutzung des Spotify-Abonnements.

Ein privates Spotify-Abonnement ist deshalb keine zulässige Musiklösung für die Unterhaltung einer Hochzeitsgesellschaft.

 

Aber unsere Hochzeit ist doch eine private Feier

Genau an diesem Punkt entsteht häufig das Missverständnis.

Im normalen Sprachgebrauch ist eine Hochzeit selbstverständlich eine private Feier.

Man lädt Familie, Freunde und Bekannte ein und die Veranstaltung ist normalerweise nicht öffentlich zugänglich.

Daraus folgt aber nicht automatisch, dass jede Musikquelle, die zu Hause privat verwendet werden darf, auch auf der Hochzeitsfeier eingesetzt werden darf.

Für den Streamingdienst ist entscheidend, welche Nutzung mit dem jeweiligen Abonnement und den dazugehörigen Nutzungsrechten gestattet wird.

 

  • Deshalb reicht die Aussage „Unsere Hochzeit ist privat“ für diese Frage nicht aus.

 

Das betrifft nicht nur professionelle DJs

Genau deshalb finde ich die Antwort von Spotify so wichtig.

Man könnte zunächst vermuten, das Problem entstehe erst dann, wenn ein professioneller DJ seinen privaten Spotify-Account für einen bezahlten Auftritt verwendet.

Nach der Antwort, die ich auf meine konkrete Anfrage erhalten habe, greift diese Betrachtung zu kurz.

Auch die kostenlose Hilfe eines Freundes oder das Abspielen durch das Brautpaar selbst macht die Nutzung nicht automatisch zulässig.

Es geht also nicht darum, ob jemand damit Geld verdient.

Es geht darum, welche Nutzung der Streaminganbieter mit seinem Dienst erlaubt.

 

Und was ist mit anderen Streamingdiensten?

Das Thema beschränkt sich nicht grundsätzlich auf Spotify.

Auch bei anderen Streamingdiensten können die Nutzungsbedingungen die Verwendung auf persönliche beziehungsweise nicht-kommerzielle Zwecke beschränken.

Deshalb sollte man nicht automatisch davon ausgehen, dass ein kostenpflichtiges Streaming-Abonnement gleichzeitig das Recht beinhaltet, die Musik zur Unterhaltung einer Hochzeitsgesellschaft einzusetzen.

Mit den unterschiedlichen Streamingdiensten und deren Integration in professionelle DJ-Software habe ich mich deshalb in einem eigenen Beitrag ausführlicher beschäftigt.

 

Bedeutet das, dass jede Hochzeit einen DJ braucht?

  • Nein.

Und diese Unterscheidung ist mir wichtig.

Wenn Sie eine kleine Hochzeit feiern und keine große Tanzparty planen, kann eine andere Musiklösung vollkommen ausreichend sein.

  • Nur ist „Wir lassen einfach Spotify über das Handy laufen“ eben nicht automatisch diese Lösung.

 

Wer seine Hochzeitsmusik selbst organisieren möchte, muss sich auch Gedanken darüber machen, aus welcher Quelle die Musik kommt und welche Nutzung damit tatsächlich erlaubt ist.

Und spätestens dann merkt man, dass eine Hochzeit ohne DJ technisch und organisatorisch etwas mehr bedeutet, als eine Playlist vorzubereiten und am Abend auf „Play“ zu drücken.

 

Und dann gibt es noch den praktischen Unterschied

Bis hierhin haben wir eigentlich noch gar nicht darüber gesprochen, was ein DJ während einer Hochzeit macht.

Denn selbst wenn die Musik aus einer zulässigen Quelle stammt, bleibt eine vorbereitete Musikauswahl genau das:

vorbereitet.

Sie weiß nicht, was am Abend tatsächlich passiert.

Ich weiß drei Wochen vor Ihrer Hochzeit übrigens auch nicht, welcher Song um 00:17 Uhr der richtige sein wird.

 

Und genau darin liegt für mich der Unterschied.

  • Ich sehe Ihre Gäste.
  • Ich sehe, welche Musik funktioniert.

Ich sehe auch, wann weitere Gäste auf die Tanzfläche kommen und wann eine Musikrichtung langsam an Wirkung verliert. Ich bekomme Musikwünsche mit und kann entscheiden, ob ein Titel gerade passt, später besser funktioniert oder überhaupt nicht zu dem passt, was wir vorher miteinander besprochen haben.

 

Eine vorbereitete Musikauswahl kennt den nächsten Titel. Ich sehe den Raum.

 

Genau das ist meine Aufgabe als Hochzeits-DJ

Meine Arbeit besteht deshalb nicht darin, möglichst viele Songs mitzubringen, denn Musik ist heute überall verfügbar.

Meine Aufgabe besteht darin, aus dieser Musik im richtigen Moment die richtige Entscheidung zu treffen.

Hinzu kommen bei meinen Hochzeiten die Vorbereitung, meine Ablaufberatung und auf Wunsch die Moderation.

Gerade Übergänge wie der Hochzeitstanz und der anschließende Start in die Party entstehen nicht dadurch, dass irgendwann der nächste Titel einer Liste abgespielt wird.

Hier spielen Zeitpunkt, Stimmung und die Reaktion der Gäste zusammen.

 

Mein Fazit

Braucht jede Hochzeit einen DJ? Nein.

 

Aber wer auf einen DJ verzichten möchte, sollte daraus nicht automatisch schließen:

„Dann nehmen wir einfach Spotify.“

 

Spotify kann hervorragend dabei helfen, Ihre Hochzeit zu Hause musikalisch vorzubereiten, Songs zu sammeln und Musikwünsche festzuhalten.

Für die eigentliche Hochzeitsfeier gelten jedoch andere Voraussetzungen. Genau deshalb habe ich Spotify selbst danach gefragt und eine eindeutige Antwort erhalten.

 

Und unabhängig von dieser Frage bleibt der zweite Unterschied:

Eine vorbereitete Musikauswahl kann Titel nacheinander abspielen.

  • Ein DJ beobachtet, entscheidet und reagiert.

Für eine kleine Hochzeit kann eine andere Lösung vollkommen ausreichen.

Wenn Sie sich jedoch eine Hochzeitsparty wünschen, bei der sich die Musik gemeinsam mit Ihren Gästen und der Tanzfläche entwickelt, beginnt genau dort meine Arbeit.

 

Armin Bruch
DJ A.B. | DJ, Moderator und Ablaufberater

 

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Weitere Erfahrungen, Tipps und Informationen rund um Hochzeiten und Veranstaltungen finden Sie auf meiner Blog-Übersicht.

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