Auch bei diesem Thema möchte ich keine Vorschriften machen.
Ich habe aber im Laufe der Jahre etwas erlebt, das mich überhaupt erst dazu gebracht hat, darüber zu schreiben:
Brautpaare, die nach ihrer Hochzeit ihre Fotos anschauen und sich darüber ärgern, dass die Kleidung einzelner Gäste überhaupt nicht zu der Hochzeit gepasst hat, die sie sich vorgestellt hatten.
Natürlich kann und sollte niemand seinen Gästen vorschreiben, was sie exakt anzuziehen haben.
Aber wenn Ihnen als Brautpaar eine bestimmte Atmosphäre wichtig ist, würde ich das Ihren Gästen vorher auch sagen.
Was bedeutet eigentlich festlich, elegant oder leger?
Für den einen bedeutet „schick“ Anzug und Kleid, für den anderen eine gute Jeans mit Hemd.
Beides kann vollkommen in Ordnung sein. Problematisch wird es erst, wenn das Brautpaar eine elegante Feier plant und die Gäste von einer wesentlich lockereren Veranstaltung ausgehen.
Deshalb finde ich einen Dresscode oder zumindest einen kurzen Hinweis in der Einladung durchaus sinnvoll.
Nicht als Befehl, sondern als Orientierung.
Eine Hochzeit im Schloss hat möglicherweise einen anderen Rahmen als eine lockere Sommerhochzeit im Garten.
Bei einer Scheunenhochzeit kann wiederum etwas ganz anderes passen als bei einer klassischen Feier in einem Hotel.
Deshalb würde ich auch nicht pauschal sagen: Auf einer Hochzeit müssen die Herren Anzug und Krawatte tragen und die Damen ein elegantes Kleid.
Es muss zur Hochzeit passen.
Und vor allem sollte es zu dem passen, was Sie sich als Brautpaar wünschen.
Wenn Ihnen die Kleidung Ihrer Gäste wichtig ist, sprechen Sie das Thema frühzeitig an.
Ein kurzer Hinweis auf der Einladung oder Ihrer Hochzeitswebsite kann bereits ausreichen.
Zum Beispiel können Begriffe wie „festlich“, „festlich-leger“ oder „Sommerlich elegant“ eine Richtung vorgeben. Noch besser finde ich es, wenn ein Brautpaar zusätzlich mit wenigen Worten beschreibt, was es darunter versteht.
Denn nicht jeder interpretiert einen Dresscode gleich.
Gleichzeitig würde ich dabei immer etwas Spielraum lassen.
Nicht jeder Gast fühlt sich in derselben Kleidung wohl und nicht jeder verfügt über das gleiche Budget. Auch das gehört für mich zu einer entspannten Hochzeit.
Am Hochzeitstag selbst fällt manches vielleicht gar nicht besonders auf.
Später bleiben aber die Bilder.
Gruppenfotos, Familienbilder und Momentaufnahmen werden möglicherweise noch Jahrzehnte angeschaut.
Genau deshalb habe ich schon erlebt, dass Brautpaare im Nachhinein gesagt haben: Hätten wir unseren Gästen vorher einfach etwas genauer gesagt, was wir uns wünschen.
Und genau darum geht es mir mit diesem Beitrag.
Nicht darum, jemanden wegen seiner Kleidung zu beurteilen.
Sondern darum, vorher klar zu kommunizieren, wenn Ihnen als Brautpaar eine bestimmte Atmosphäre wichtig ist.
Ein Dresscode ist für mich keine Pflicht.
Wenn Sie eine vollkommen entspannte Feier möchten und Ihnen egal ist, ob jemand im Anzug, Sommerkleid oder in Jeans kommt, brauchen Sie auch keinen.
Haben Sie dagegen eine klare Vorstellung davon, wie Ihre Hochzeit wirken soll, dürfen Sie diese Vorstellung Ihren Gästen auch mitteilen.
Orientierung finde ich dabei besser als Vorschriften.
Ihre Gäste wissen, was Sie sich wünschen, und können selbst entscheiden, wie sie diesen Wunsch für sich umsetzen.
Und vielleicht vermeiden Sie damit genau den Satz, den ich nach einer Hochzeit schon mehr als einmal gehört habe:
„Wenn wir das vorher gewusst hätten, hätten wir es einfach in die Einladung geschrieben.“
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